Peter Maffay: 22. Nummer-eins-Album mit »Nashville« – und eine Liebeserklärung zum Jahrestag
By SingArena Editorial · · Artist Update

Stefan Brending (2eight) / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 de)
Peter Maffay schreibt mit »Nashville« deutsche Chart-Geschichte – und bekommt von Ehefrau Hendrikje Balsmeyer zum elften Jahrestag ihres Kennenlernens emotionale Worte.
Es sind zwei Nachrichten, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und doch beide zu Peter Maffay gehören. Auf der einen Seite der emotionsgeladene private Moment: Zum elften Jahrestag ihres ersten Kennenlernens widmete Hendrikje Balsmeyer ihrem Ehemann eine öffentliche Liebeserklärung. Auf der anderen Seite der sachliche Rekord: Mit »Nashville« landete Maffay sein 22. Nummer-eins-Album in Deutschland – so oft wie kein anderer deutscher Künstler zuvor.
Ein Jubiläum der leisen Töne
Seit elf Jahren sind Peter Maffay und Hendrikje Balsmeyer ein Paar. Kennengelernt hatten sie sich im Oktober 2015 bei einem Konzert des Musikers in Magdeburg, bereits im Dezember desselben Jahres galten sie offiziell als Paar. Nun nutzte die 39-jährige Lehrerin den Jahrestag für Worte, die in der deutschen Öffentlichkeit selten so offen zu hören sind. Zu einem Instagram-Foto, auf dem Maffay sie fest im Arm hält, schrieb sie: „11 Jahre du und ich…und wir sind immer noch dieselben – und doch gleichzeitig nicht. Du hast mich verändert, ich habe dich verändert.“
Weiter heißt es in dem Post: „Wir haben eine Familie gegründet. Manchmal sind wir gefallen, aber immer einfach aufgestanden und wieder Hand in Hand weitergelaufen.“ Und dann folgt der Satz, der die besondere Qualität dieser Botschaft ausmacht: „Ja, ich hab‘ dich lieb! Und ich will dich immer liebhaben. Immer, immer: Nur dich!“
Der gemeinsame Weg der beiden ist gut dokumentiert. 2018 wurde die Tochter Anouk geboren, im April 2022 gaben sich Maffay und Balsmeyer heimlich das Jawort. Erst im September 2023 bestätigte der Sänger die Eheschließung offiziell – für Maffay ist es die fünfte Ehe. Dass ein Künstler, der seit mehr als einem halben Jahrhundert im Rampenlicht steht, sein Privatleben so lange aus der Öffentlichkeit heraushält und dann doch solche Töne findet, ist bemerkenswert.
»Nashville«: Ein Rekord, der bleibt
Wenige Tage vor dem privaten Jubiläum steht die andere, die künstlerische Nachricht. Maffays Album »Nashville«, das er gemeinsam mit Johannes Oerding aufgenommen hat, erreichte Platz eins der deutschen Albumcharts. Damit steht fest: Es ist sein 22. Nummer-eins-Album – eine Marke, die vor ihm kein deutscher Künstler erreicht hat. Der Release war der 2. Oktober.
Maffay selbst kommentierte den Erfolg mit den Worten: „Was für eine schöne Nachricht! Als Johannes und ich mit ›Nashville‹ angefangen haben, wussten wir nicht, wo uns dieses gemeinsame Projekt hinführen würde. Wir wussten nur, dass wir große Lust darauf hatten, zusammen Musik zu machen und etwas Neues auszuprobieren. Dass daraus jetzt tatsächlich eine Nummer eins geworden ist, freut uns riesig.“
Das Album entstand in der US-amerikanischen Country-Hochburg Nashville – ein Umstand, der den Sound der Songs nachhaltig beeinflusst hat. Die beiden Musiker verbindet die Liebe zum Blues, zum Country-Rock und zur handgemachten, erzählenden Musik. Damit knüpft Maffay an eine lange Linie seines Schaffens an: Er hat in seiner Karriere immer wieder musikalische Wendungen gesucht, vom Schlager über den Deutschrock bis hin zu Ausflügen in andere Genres.
Ein halbes Jahrhundert im Ausnahmezustand
Um die Dimension dieser 22. Nummer eins zu verstehen, lohnt ein Blick auf die Biografie. Peter Maffay wurde 1949 als Peter Alexander Makkay im rumänischen Kronstadt – dem heutigen Brașov – geboren und gilt als der wohl berühmteste lebende Siebenbürger Sachse. 1963 wanderte er mit seiner Familie nach Deutschland aus. Seine ersten musikalischen Schritte machte er als Gitarrist in Bands, später als Teil eines Folk-Beat-Duos, bevor ihn 1969 der Produzent Michael Kunze entdeckte. Mit der Single »Du« gelang ihm 1970 der Durchbruch – sie wurde der größte deutschsprachige Hit des Jahres und platzierte sich auch in den Charts der Niederlande, Norwegens, Österreichs, Belgiens und der Schweiz.
Seitdem ist viel passiert: Mehr als 50 Millionen verkaufte Tonträger stehen inzwischen zu Buche, dazu eine jahrzehntelange Präsenz in den großen Hallen des Landes. Maffay experimentierte musikalisch, arbeitete unter anderem mit Rap-Elementen und feierte mit seinen Kindermusicals rund um die Figur Tabaluga große Erfolge – einer Figur, die er mitentwickelt hat. Diese Bandbreite erklärt, warum ein Album wie »Nashville« nicht als Ausreißer erscheint, sondern als logischer nächster Schritt in einer Karriere, die sich nie auf einen Stil festlegen ließ.
Zwischen Bühne und Verantwortung
Zu Maffays öffentlichem Profil gehört seit vielen Jahren auch sein soziales Engagement. Mit seiner Stiftung setzt er sich für traumatisierte, benachteiligte und schwer erkrankte Kinder und Jugendliche ein. Die eigene Vaterrolle hat seine Haltung zu diesem Thema noch einmal geschärft. Im Interview sagte er: „Die Existenz eigener Kinder verdeutlicht einem erheblich die Unterschiede zwischen behütetem Aufwachsen und dem Gegenteil davon.“
Es ist dieser doppelte Blick – der des Musikers, der auf eine einzigartige Chart-Bilanz zurückblickt, und der des Familienmenschen, der sich gesellschaftlich engagiert –, der die Meldungen rund um Peter Maffay dieser Tage prägt. Ein 22. Nummer-eins-Album mit 77 Jahren und eine private Liebeserklärung, die ohne Kalkül auskommt: Beides erzählt von einem Künstler, der in seiner Karriere so ziemlich alles erreicht hat – und trotzdem noch Momente findet, die neu sind.
Was das für die kommenden Monate bedeutet
Für Fans ist die Chart-Platzierung vor allem eines: ein Signal, dass Maffay musikalisch weiterhin Neues wagt. Die Zusammenarbeit mit Johannes Oerding, einem der profiliertesten deutschen Songwriter seiner Generation, hat gezeigt, dass Maffay auch jenseits eingefahrener Pfade Gehör findet. Wie es nach »Nashville« weitergeht, ist offen – fest steht nur, dass der Künstler, der seit mehr als 55 Jahren im Geschäft ist, sein Publikum nach wie vor erreicht. Und dass er dabei private und künstlerische Kapitel miteinander verwebt, wie es in der deutschen Musiklandschaft seinesgleichen sucht.
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