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„Nicht der Vorbildvater“: Yaris Makkay spricht offen über seine Kindheit mit Peter Maffay

By SingArena Editorial · · Artist Update

„Nicht der Vorbildvater“: Yaris Makkay spricht offen über seine Kindheit mit Peter Maffay
Stefan Brending (2eight) / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 de)

Peter Maffays Sohn Yaris blickt im Interview kritisch auf seine Kindheit zurück – und erklärt, warum er seinem Vater die Abwesenheit lange übel genommen hat und wie die beiden heute zueinanderstehen.

Ein ehrliches Interview über eine schwierige Zeit

Es ist ein Satz, der hängen bleibt: „Mein Vater war auch nicht der Vorbildvater, aber er hat sein Bestes gegeben.“ Yaris Makkay, 23 Jahre alt und Sohn von Peter Maffay, spricht im Gespräch mit dem Magazin „Bunte“ offen über seine Kindheit, die Trennung seiner Eltern und das Verhältnis zu seinem berühmten Vater. Was er beschreibt, ist keine Abrechnung, sondern eine differenzierte Rückschau – mit Ecken und Kanten, aber ohne Bitterkeit.

Die Trennung von Peter Maffay und seiner damaligen Ehefrau Tania Spengler im Jahr 2015 war für die Familie ein Einschnitt. „Das waren keine rosigen Zeiten“, erinnert sich Yaris, der damals elf oder zwölf Jahre alt war. Nach der Trennung blieb er bei seiner Mutter auf Mallorca, während Peter Maffay seinem Beruf nachging. „Ich habe natürlich gesehen, wie schlecht es meiner Mutter ging, und habe sie beschützt, denn wir blieben ja allein auf der Finca zurück“, erzählt er. Diese intensive Zeit zu zweit habe die beiden bis heute eng zusammengeschweißt.

„Ich war oft sauer, weil er so wenig da war“

Was Yaris Makkay beschreibt, ist das klassische Dilemma eines Kindes, dessen Vater im Rampenlicht steht. Peter Maffay war schon vor der Trennung viel auf Reisen – Konzerte, Tourneen, Studioarbeit. „Ich war oft sauer, weil er so wenig da war“, sagt Yaris rückblickend. Telefonate hätten nicht gereicht, um die physische Abwesenheit zu kompensieren. „Er hat sich bemüht, aber als Kind weiß man das nicht zu schätzen. Da fehlt der Vater einfach.“

Besonders in der Pubertät habe ein Freund namens Sebastian „oft auch die Rolle eines Vaters für mich übernommen“. Ein Satz, der zeigt, wie sehr die Abwesenheit des Vaters den Alltag prägte – und wie sehr sich Yaris nach Orientierung sehnte. Umso bemerkenswerter ist die Haltung, die er seinen Eltern gegenüber einnahm: „Ich werde weder dich weniger lieben, Papa, noch dich Mama“, habe er ihnen gesagt. Er wollte sich nicht zwischen ihnen entscheiden, und das hat er auch nicht.

Vom Groll zur Versöhnung

Dass Yaris seinem Vater die Abwesenheit eine Zeit lang „richtig übel genommen“ habe, wie er sagt, ist nachvollziehbar. Erst mit den Jahren sei ihm klar geworden, dass Peter Maffay sein Bestes gegeben habe. Heute verstehen sich Vater und Sohn gut – so gut, dass sie gemeinsam Musik machen. Das ist insofern bemerkenswert, als Yaris damit in die Fußstapfen eines Mannes tritt, der wie kaum ein anderer die deutsche Musiklandschaft geprägt hat.

Peter Maffay, geboren 1949 in Kronstadt in Siebenbürgen, ist der erfolgreichste Künstler in den deutschen Charts. Mit 21 Nummer-eins-Alben und über 50 Millionen verkauften Tonträgern hat er Maßstäbe gesetzt, die wohl für immer unerreicht bleiben werden. Angefangen als Schlagersänger mit dem Hit „Du“ im Jahr 1970, wechselte er später zum Deutschrock und schuf mit der Märchenfigur Tabaluga ein Universum, das Generationen von Kindern begleitet. Dass sein Sohn nun selbst musikalisch aktiv ist, könnte als späte Annäherung gelesen werden – als Versöhnung durch die Kunst.

Ein Vater, der polarisiert – und doch geliebt wird

Die Geschichte von Yaris Makkay ist keine Einzelfallgeschichte. Sie erzählt von einem Vater, der zwischen Bühne und Familie hin- und hergerissen war, und von einem Kind, das lernen musste, mit dieser Abwesenheit umzugehen. Es ist auch die Geschichte einer Mutter, die unter der Situation litt – Yaris‘ Mutter Tania Spengler lebte nach der Trennung zunächst auf Mallorca, zog aber nach Angaben ihres Sohnes später zurück ins Rheinland, weil sie unter seinem Wegzug „stark gelitten“ habe. „Heute sind wir alle sehr innig, aber am Anfang war es nicht so leicht“, fasst Yaris zusammen.

Peter Maffay ist inzwischen in fünfter Ehe mit Hendrikje Balsmeyer verheiratet, mit der er eine gemeinsame Tochter hat, Anouk. Die Familie scheint ihren Frieden gefunden zu haben – auch wenn die Vergangenheit Spuren hinterlassen hat. Yaris Makkay spricht nicht mit Verbitterung, sondern mit einer Klarheit, die Respekt abverlangt. Er zeigt, dass Versöhnung möglich ist, wenn beide Seiten bereit sind, aufeinander zuzugehen.

Was bleibt: Eine Familiengeschichte zwischen Bühne und Alltag

Für Fans von Peter Maffay ist dieses Interview ein seltener Einblick in das Privatleben eines Künstlers, der sonst vor allem durch seine Musik und seine wohltätigen Projekte von sich reden macht. Es erinnert daran, dass auch Legenden nur Menschen sind – mit Stärken und Schwächen, mit Versäumnissen und dem Bemühen, es besser zu machen. Yaris Makkay hat seinen Frieden mit der Vergangenheit geschlossen. „Das habe ich allerdings erst später verstanden“, sagt er über die Bemühungen seines Vaters. Heute machen die beiden gemeinsam Musik – ein leiser, aber deutlicher Beweis dafür, dass aus einer schwierigen Kindheit eine gute Beziehung erwachsen kann.

Tags: Peter Maffay, Yaris Makkay, Promi-News, Familie, Deutschrock, DE MUSIC