Haftbefehl: Management gibt Update zu Gesundheitszustand – „Aykut geht es von Tag zu Tag besser“
By SingArena Editorial · · Music News

Warner Music Group Germany / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)
Nach mehreren abgesagten Konzerten und wochenlanger Zurückgezogenheit meldet sich das Management von Haftbefehl zu Wort – mit vorsichtig optimistischen Nachrichten über den Gesundheitszustand des Rappers.
Seit Monaten kämpft Haftbefehl, bürgerlich Aykut Anhan, mit gesundheitlichen Problemen. Im Juni hatte der 40-Jährige mehrere Festivalauftritte kurzfristig abgesagt und eine Auszeit angekündigt. Zuletzt musste er auch seine für Oktober geplanten Konzerte in Düsseldorf und Berlin streichen. Nun hat sich sein Management bei der Deutschen Presse-Agentur geäußert – und macht den Fans zumindest ein wenig Hoffnung.
„Er gewinnt zunehmend an Kraft“
„Aykut geht es von Tag zu Tag besser, und er gewinnt zunehmend an Kraft“, erklärten Manager Erfan Bolourchi und Haftbefehls Bruder Cem Anhan. Cem Anhan, der auch als Rapper Capo bekannt ist, hatte zuvor auf Instagram mitgeteilt, dass sein Bruder unter ärztlicher Aufsicht stehe und sich vollständig auf seine Gesundheit konzentrieren müsse. Die Familie habe gemeinsam entschieden, „seine angesagten Konzerte abzusagen“. Zu den genauen Hintergründen seiner Erkrankung äußerte er sich nicht.
Ein Auftritt, der Kraft kostete
Laut Manager Bolourchi hatte das Konzert in Frankfurt Ende September Haftbefehl viel Kraft gekostet. Dennoch habe der Rapper darauf bestanden aufzutreten. „Wir aus seinem engsten Umfeld haben alles darangesetzt, eine Absage der Show zu erreichen. Aykut wollte jedoch für die Menschen spielen, die ihr hart verdientes Geld in Konzerttickets investiert, teilweise weite Reisen auf sich genommen und sich darauf gefreut haben, ihn live zu erleben“, so Bolourchi.
Auch die Auftritte in Berlin und Düsseldorf habe Haftbefehl unbedingt wahrnehmen wollen, um seine Fans nicht zu enttäuschen. Genau diese Haltung dürfte vielen, die die Karriere des Offenbachers seit Jahren verfolgen, bekannt vorkommen: Haftbefehl hat sich nie als distanzierter Star inszeniert, sondern als jemand, der die Nähe zum Publikum sucht – auch wenn sie ihn fordert.
Gesundheit hat „oberste Priorität“
„Seine Gesundheit hat nun jedoch oberste Priorität. Deshalb braucht er zunächst eine Pause von öffentlichen Auftritten, um neue Kraft zu schöpfen und sich ganz auf seine Genesung zu konzentrieren“, erklärte Bolourchi weiter. Das Management bat darum, Haftbefehl in dieser Zeit „mit Verständnis, Geduld und positiver Energie“ zur Seite zu stehen.
Bereits im Juni hatte der Rapper seine Auszeit unter anderem mit der Aufmerksamkeit rund um eine Netflix-Dokumentation über ihn begründet. Darin hatte er offen über seine Drogensucht und die Folgen seines Kokainkonsums gesprochen. Diese öffentliche Resonanz habe ihn zusätzlich stark belastet.
Warum dieser Fall mehr ist als eine Konzertabsage
Die Nachricht reiht sich ein in eine Entwicklung, die die deutschsprachige Rap-Szene seit geraumer Zeit beschäftigt: Immer mehr Künstlerinnen und Künstler sprechen öffentlich über psychische und körperliche Belastungen, über Sucht, Erschöpfung und den Druck eines Tourbetriebs, der kaum Pausen vorsieht. Haftbefehl war dabei nie jemand, der seine Verletzlichkeit hinter einer Fassade versteckt hat. Seine Musik war stets auch ein Ort, an dem Verletzungen, Abgründe und gesellschaftliche Realitäten verhandelt wurden.
Für Fans, Veranstalter und Weggefährten bedeutet das eine besondere Verantwortung: Der Wunsch, ihn wieder auf der Bühne zu sehen, ist groß – doch die Botschaft aus dem Umfeld ist eindeutig. Es geht nicht darum, einen Terminkalender zu füllen, sondern um Genesung.
Wie es weitergeht
Konkrete Angaben zu neuen Terminen oder einer Rückkehr auf die Bühne machte das Management nicht. Klar ist: Die für Oktober geplanten Shows in Düsseldorf und Berlin sind gestrichen, die Festivalauftritte im Juni bereits abgesagt. Ob und wann Haftbefehl wieder live auftreten wird, ließen Bolourchi und Cem Anhan offen.
Wer die Karriere des Rappers verfolgt, weiß, dass er sich in der Vergangenheit immer wieder zurückgemeldet hat – mit neuen Projekten, neuen Kollaborationen und einer Stimme, die im deutschen Rap ihresgleichen sucht. Dass diese Rückkehr nun aber nicht erzwungen werden darf, ist Teil der Verantwortung, die das Publikum gegenüber einem Künstler trägt, der sich ihm gegenüber stets ehrlich gezeigt hat.
Haftbefehl stammt aus Offenbach und lebt mit seiner Familie in der Region Stuttgart. Die Anteilnahme aus der Szene und von seinen Fans ist in den vergangenen Wochen groß gewesen – ein Zeichen dafür, welchen Stellenwert seine Arbeit weit über die Musik hinaus hat. Bleibt zu hoffen, dass die Genesung weiter voranschreitet, in dem Tempo, das sie braucht.
Tags: Haftbefehl, Gesundheit, Konzertabsage, Deutscher Rap, Capo, DE MUSIC